Warum Politik seriösen Journalismus braucht

CDU Koblenz sprach mit dem Chefredakteur der Rhein-Zeitung Lars Hennemann

„Politik war nie so wichtig wie jetzt“, konstatierte der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Josef Oster zu Beginn der jüngsten Folge der Gesprächsreihe CDU im Dialog in der Weinlounge im Forum Confluentes. „Und es war noch nie so nötig und wichtig, Politik zu erklären und einzuordnen.“ Dafür gibt es seriösen Journalismus. Und so konnte man fast von einem „perfect match“, einer perfekten Kombination am Mikrofon sprechen: der Politiker und der Journalist, der Wahlkreisabgeordnete Josef Oster und Lars Hennemann, Chefredakteur der wichtigsten Tageszeitung im nördlichen Rheinland-Pfalz: die Rhein-Zeitung.

Für den beliebten Talk „CDU im Dialog“ standen schon viele spannende Gäste auf der Bühne der Koblenzer Christdemokraten. Da reihte sich Lars Hennemann als Kopf der RZ mit ihren elf Lokalausgaben nahtlos ein. Authentisch und unterhaltsam gab Hennemann einen tiefen Einblick ins Tagesgeschäft der Redaktionen und nahm Bezug auf die vielen interessierten Fragen der Moderatorin Sandra Gratzfeld und des Publikums.
Die politische Ausrichtung der Rhein-Zeitung? Gibt es so nicht. Obgleich selbstredend die rund 130 Redakteure ein großes (politisches) Meinungsspektrum abbildeten. „Ich lasse jede Meinung zu, die gut begründet ist und auf dem Boden der deutschen Verfassung steht“, sagte Hennemann. „Das schließt die AfD aus.“ Und wenn unter dem Strich der Stapel mit den Vorwürfen, ein „rotes Blatt“ zu sein, genauso hoch sei wie der, ein „schwarzes Blatt“ zu sein, habe die RZ alles richtig gemacht.

Der Aufgabenbereich eines Chefredakteurs? Üppig. Als presserechtlich verantwortlicher Leiter und Vorgesetzter der Gesamtredaktion ist er vor allem verantwortlich für den Inhalt der Zeitung. „Wenn ich allein jeden Tag neben dem Mantelteil alle elf Lokalausgaben prüfen würde, müssten Sie ziemlich lange auf eine neue Ausgabe der RZ warten“, gab er zu Bedenken. Dennoch sorge unter anderem ein engmaschiges System aus täglichen Themen- und Inhaltskonferenzen für einen umfassenden Überblick und für die nötige Kontrolle. „Wir sind eine Diktatur, die für Demokratie kämpft“, bemerkte er schmunzelnd. Kommentare, die als persönlich gefärbte Textform die Meinung der Redakteure zu einem bestimmten Thema wiedergeben, würden grundsätzlich von mindestens einer weiteren Person gegengelesen. Auch seine eigenen. Das schließe nicht aus, dass auch mal ein Fehler passiere. „Dafür sind wir Menschen.“

Seine persönliche Meinung zur aktuellen politischen Lage? Die Kommunikation der Bundesregierung sei katastrophal. Trotzdem sieht er die Lage von Politik und Republik als stabil an. „Unser politisches System hält viel aus. Wir leben immer noch in einem fantastischen Land, in dem niemand Extremisten wählen muss.“

Die Zukunft des Mediums Zeitung? Nicht so düster, wie es aussehen mag. „Wir erreichen heute mit unserer Arbeit so viele Menschen wie noch nie“, sagte Hennemann. Die gedruckte Form der RZ sei für die meisten langjährigen Abonnenten unverzichtbar. Neue Leser aber akquiriere die Zeitung mit ihren Online-Formaten.

Auch Kritik und Anregungen nahm Hennemann dankend entgegen. Am Ende gab's viel Applaus und ordentlich Sympathiepunkte für den Chefredakteur und seine RZ, die Josef Oster noch einmal als „wichtige, verlässliche und seriöse Quelle“ im Chaos von ungefilterten Informationen und Meinungen im Internet bezeichnete.


In der Rhein-Zeitung finden Sie einen Bericht des Redaktuers Wolfgang Lucke.


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